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DIE LINKE.

Antrag an den Schulausschuss

Bildung für alle Schüler*innen in Corona-Zeiten sicherstellen

 

Sehr geehrte Frau Klemczak,

DIE LINKE. Fraktion Herne/Wanne-Eickel bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Schulausschusses zu nehmen.

 

Beschlussvorschlag:

Zur Sicherstellung der Bildung für alle Schüler*innen in Corona-Zeiten wird die Verwaltung beauftragt,

 

1. um Schulen genügend Räume zur Verfügung zu stellen, damit Klassen und Kurse in kleine Gruppen geteilt werden können, derzeit leerstehende Räume von Kultureinrichtungen, Privatunternehmen, Restaurants usw anzumieten;

 

2. um Schulen, die nicht genügend Personal für geteilten Regelunterricht nach Stundenplan haben,

 

a) Studierende, Künstler*innen, Veranstaltungstechniker*innen u.a., die derzeit einkommenslos sind, anzusprechen, damit diese für eine gewisse Zeit mit ihren jeweiligen fachlichen Möglichkeiten Schulprojekte anbieten. Die Projekte sollten auf ein Ergebnis in Form einer Aufführung, eines Berichts, eines Videos, einer Dokumentation o.ä. hinauslaufen.

 

b) für die Vergütung dieses Zusatzpersonals Landesmittel zu beantragen;

 

3. für die interessierten Schulen, für die nicht genügend Räume, Zusatzkräfte und Projekte angeboten werden können, eine Prioritätenliste nach Sozialindex zu erstellen.

 

Diese Planungen müssen sofort anlaufen, damit Projekte möglichst bald schrittweise beginnen können. Kein Kind zurücklassen!

Begründung

Es ist nicht davon auszugehen, dass ab Februar 2021 die Schulen wieder in den Normalbetrieb gehen können, sodass jetzt schon Vorbereitungen getroffen werden müssen, um Bildung für alle Schüler*innen sicherzustellen.

  • Die Situation für alle Schüler*innen in unserer Kommune ist sehr schwierig:
  • Eingeschränkter Schulunterricht
  • Verlagerung des Lernens in die Familien

Gleichzeitig bleiben aber Prüfungsanforderungen durch Klassen- und Kursarbeiten sowie Zentrale Abschlussprüfungen erhalten. Nur fehlt dabei das gemeinsame Lernen und Arbeiten mit anderen Schüler*innen, zumeist auch die individuelle Lernbegleitung durch Lehrkräfte wegen der derzeitigen Überlastung und die Corona bedingten Ausfälle.

Im letzten Jahr haben die Schulen die Erfahrung gemacht, dass die soziale Schere im Distanzunterricht deutlich noch weiter auseinanderging als bisher schon:

In einkommensarmen Familien gibt es selten arbeitsfähige Internetverbindungen. Oftmals verfügen nur die Eltern über internetfähige Mobiltelefone, sodass die Möglichkeit, am Digitalunterricht teilzunehmen, vor hohe Hürden gestellt ist, selbst bei von der Schule ausgeliehenen Tablets. Außerdem ist meist kein eigenes störungsfreies Zimmer für jedes Kind vorhanden, erst recht kein Computer mit Textverarbeitungsprogrammen und Scanner, so dass Rückmeldungen nur über verschickte Fotos von Arbeitsblättern möglich sind. Bildung für Schüler*innen aus einkommensarmen Familien wird so erheblich erschwert.

  • Die Situation für Schulen, einen den Schüler*innen nützlichen Unterricht zu organisieren, ist ebenfalls katastrophal:
  • Die Personalnot verschlimmert sich durch krankheitsbedingte Ausfälle. Ersatzpersonal steht nicht zur Verfügung.
  • Gleichzeitig Präsenz- und Distanzunterricht in der Klasse zu ermöglichen, führt zu unbefriedigenden Unterrichtsformen in Form von Frontalunterricht, die dem Lehrplan nicht entsprechen. (viel Instruktionsunterricht, keine Paar- und Gruppenarbeitsformen, keine gegenseitigen Beratungen durch Lernende, keine Schüler*innenexperimente, keine Projekte an außerschulischen Lernorten)
  • Klassen- und Kursarbeiten wurden nicht ausgesetzt, Prüfungstermine erhöhen das Stresslevel der Schüler*innen (und Eltern), worauf die Lehrkräfte aber kaum mit individualisierter Beratung und Lerntipps eingehen können. Der Druck, den „Stoff“ für die Prüfungen abzuarbeiten, lässt Schüler*innen, die weniger selbstständig lernen und arbeiten können, zurück bleiben.

Die beantragten Maßnahmen müssen sofort anlaufen, damit Projekte möglichst bald schrittweise beginnen können.

Kein Kind zurücklassen!

 

Mit freundlichen Grüßen

Veronika Buszewski

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19:30 - 22:00 Uhr
DIE LINKE. Herne / Wanne-Eickel, Hauptstraße 181, 44652 Herne

Für die Freiheit!

Eine Solidaritätsveranstaltung zu Rojava

Das Jahr 2014 ist einigen international denkenden Menschen in Europa noch in Erinnerung: Der 'Islamische Staat'(IS) wollte die kurdische Stadt Kobane im Norden Syriens erobern und ihre Einwohner grausam unterdrücken. Dank des mutigen Kampfes der kurdischen Befreiungskräfte YPG und YPJ, die die Hauptlast der Verteidigung trugen, konnte der Angriff des IS abgewehrt werden, der damals auch verdeckt durchs türkische Militär unterstützt wurde. In den vom IS befreiten Kantonen Afrin, Kobane und Qamishli in Nordsyrien baute die kurdische, christliche und arabische Bevölkerung mit Unterstützung der YPG und YPJ eine beispielhafte Demokratie, die vielen Menschen in Deutschland unbekannt ist, unter dem Namen Rojava / Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien auf. Es ist z.B. einer der wenigen Bereiche im Nahen Osten, wo der Grundsatz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" herrscht.

Erdogan, der nicht einmal eine kleinste Form kurdischer Autonomie duldet, ließ 2018 die türkischen Truppen verbündet mit islamistischen Milizen nach Afrin und im Oktober 2019 mit einer Tiefe von 30 Kilometern in die Kantone Kobane und Qamishli in Nordsyrien einfallen. Die Folgen waren verheerend: Viele Menschen wurden von Erdogans Truppen getötet, tausende Menschen wurden aus Rojava vertrieben. Erdogan versuchte, die Selbstverwaltung der Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrienzu vernichten. Dieser türkische Angriff wurde mit deutschen Waffen unterstützt.

Wir möchten in der Solidaritätsveranstaltung zu Rojava / Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien am 28.2.2020 in Herne mit der Referentin Frau Dersim Dağdeviren über folgende Fragen diskutieren:

  • Wie ist die aktuelle Lage in Nordsyrien / Rojava?
  • Wie arbeitet die demokratische Selbstverwaltung in Rojava?
  • Welche Unterstützung leistet die Bundesregierung für das türkische Militär? Was kann man dagegen tun?
  • Ist die Aufhebung des PKK-Verbots in Deutschland ein wichtiger Beitrag zur Solidarität mit den Menschen in Kurdistan?

www.facebook.com/events/870603080036673/

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