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Kultur- u. Bildungsausschuss

Beschlussvorschlag: Kritische Bestandsaufnahme

In der Sitzung des Kultur- und Bildungsausschusses am 10. Mai 2022 teilte Hr. Dr. Doetzer-Berweger auf Anfrage der SPD-Fraktion zu den Mosaiken von Edmund Schuitz im Hallenbad Eickel mit:

"Die Rolle von Edmund Schuitz im Nationalsozialismus ist kritisch zu betrachten, da (...) eine NSDAPMitgliedschaft 1936–1945 klar nachgewiesen ist. Ebenso nachgewiesen sind dort Mitgliedschaften im faschistischen italienischen Studentenbund„ Giovanni Universitari Fascisti Roma" 1934–1936 und in der „Deutschen Arbeitsfront" DAF 1936–1945."

Aus der Feststellung, eine Künstlerin oder ein Künstler sei NSDAP-Mitglied gewesen, zu schließen, dass er/sie faschistoide Einstellungen gehabt habe und diese auch in seinen/ihren Werken zu finden seien, ist verkürzt. Genauso wie es verkürzt ist, aus einer Nicht-Mitgliedschaft in der NSDAP zu schließen, dass diejenige/derjenige nicht faschistische Einstellungen gehabt hätte. Beides entspricht nicht mehr dem heutigen Wissenschaftsstandard.

Für eine objektive Bewertung ist es darum zwingend notwendig, das gesamte Werk und die Gesamtbiographie zu betrachten und zu analysieren.

Dies gilt für alle Künstlerinnen und Künstler die im Hemer Stadtbild bzw. in Museen zu sehen sind. Neben Edmund Schuitz sei exemplarisch der Bildhauer Wilhelm Braun (1880–1945) genannt, der 1934 die systemkonforme und von der Gauleitung regulierte "Gilde werktätiger Künstler Wanne-Eickel" leitete und seit circa 1935 Mitglied der NS-Reichskammer der Bildenden Künste war. Eine Kopie seines Werkes "Drei-Männer-Eck" aus dem Jahr 1927 steht heute vor dem Hbf.

Deshalb beantragen wir: Die Verwaltung wird beauftragt, eine kritische Bestandsaufnahme von Werken und Biographien von Künstlerinnen und Künstlern aus Herne bzw. von Künstlerinnen und Künstlern, die in Herne aktiv waren, vorzunehmen, die sowohl vor als auch nach 1945 tätig waren.

 

 

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