Linke NRW: Mit „Grüngas“ heizen, wird zur Kostenfalle für Mieter
Beim Gebäude-Klimaschutz will die Bundesregierung die Vorschrift streichen, in neuen Heizungen 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen. Dafür sollen Quoten für grünes Gas und grünes Öl gelten. Haushalte und Gebäudeeigentümer sollen aus einem „technologieoffenen“ Katalog von Heizungsoptionen – wie Wärmepumpe, Fernwärme, hybride Heizungsmodelle oder Biomasseheizung, aber auch fossile Gas- und Ölheizungen - wählen können.
Entscheidet sich der Kunde für Öl oder Gas, muss die Heizung ab Anfang 2029 einen mit der Zeit zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe nutzen. Am Anfang muss der „Bio“-Anteil bei mindestens zehn Prozent liegen. Über zwei weitere Stufen bis 2040 soll später ein Gesetz entscheiden. Als mögliche CO2-neutrale Beimischung gelten Bio-Methan oder synthetische Treibstoffe.
Dazu erklärt die klimapolitische Sprecherin der Partei Die Linke NRW, Edith Bartelmus-Scholich: „In den Großstädten in NRW wird gerade die kommunale Wärmeplanung abschließend beraten. Mit einer neuen Gesetzesgrundlage sind diese Planungen angreifbar und unter Umständen sogar hinfällig. Den Kommunen hilft das nicht die Wärmewende zu stemmen. Politische Zuverlässigkeit sieht anders aus.“
Große Gefahren sieht Bartelmus-Scholich auch auf Mieterhaushalte zukommen „Bio-Methan ist selten und teuer. Die derzeitige Produktion von Bio-Methan wird vollständig zu anderen Zwecken eingesetzt. Selbst, wenn das nicht so wäre, würde das in Deutschland produzierte Bio-Methan nur ca. 4 Prozent Beimischung am Heizgas erlauben. Für die „Grüngas-Regelung“ der Bundesregierung müsste die Produktion von Energiepflanzen stark ausgeweitet werden – auf Flächen, die bis jetzt für die Produktion von Nahrungspflanzen genutzt werden. Das macht keinen Sinn.
Dazu kommt: Bio-Methan ist teurer als fossiles Erdgas und wird in ein schrumpfendes Gasnetz mit immer weniger Abnehmern gelangen. Den im Gasnetz verbleibenden Kunden drohen allein durch steigende Netzgebühren den letzten Haushalten, die noch auf Gas setzen, jährliche Mehrkosten von 3.000 bis 4.000 Euro. Hinzu kommen steigende CO2-Gebühren und nun sind noch Kosten aufgrund steigender „Bio“-Anteile geplant.
Vor dieser Kostenspirale will Die Linke Mieter schützen. Sie fordert den Ausstieg aus der Gasheizung bei gleichzeitigem Schutz der angeschlossenen Haushalte vor steigenden Netzgebühren. Auch der Bau neuer Wärmenetze soll nicht auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt werden. Von der öffentlichen Hand betrieben soll - wie in Dänemark - kein Profit mit der Wärme gemacht werden. So wird Wärme klimaneutral und bleibt für alle Menschen erschwinglich.“
Pressemitteilung Die Linke NRW vom 25. Februar 2026

