Schwer verletztes Mädchen in Bochum: Linke fordert Aufklärung und Prävention

PM – Die Linke NRW

Am Montag wurde ein 12-jähriges gehörloses Mädchen in Bochum durch Schusswaffengebrauch von Polizisten lebensgefährlich verletzt. Dazu meint die Landessprecherin der Linken, Kathrin Vogler: "Der Polizeieinsatz in Bochum, bei dem die Beamten Schusswaffen und Taser gegen ein gehörloses Kind eingesetzt und dieses schwer verletzt haben, muss schonungslos aufgeklärt werden.

Die Beamten, die das aus einer Betreuungseinrichtung weggelaufene Kind suchen und zurückbringen sollten, müssen bis zur Aufklärung der Vorgänge vom Dienst suspendiert werden. Wie bei der Tötung des Jugendlichen Mouhamed in Dortmund, bei der die Beamten wegen möglicher Selbstgefährdung des Jungen gerufen wurden, ihn dann aber erschossen haben, wurden sie auch hier zum Schutz des Kindes herbeigerufen. Dass auf ein Kind, das durch seine Hörbehinderung überhaupt nicht verstehen konnte, was die Beamten von ihm wollten, zugleich ein Taser und eine Pistole abgefeuert wurden, lässt eine kritische Überprüfung der Einsatzkonzepte bei der NRW-Polizei dringend notwendig erscheinen. Auch die Begründung für die Ausrüstung der Polizei mit Elektroschockern (Tasern) ist hinfällig, wenn es immer wieder dazu kommt, dass Taser und Schusswaffen sogar gleichzeitig eingesetzt werden. Offensichtlich vertrauen die Beamten den Elektroschockern so wenig, dass sie in unübersichtlichen Situationen trotzdem die Schusswaffe benutzen, auch gegen Kinder und Jugendliche. Außerdem ist es vollkommen unprofessionell, wenn ein Einsatz wie dieser offenbar ohne Gebärdendolmetscher:in durchgeführt wird. Hier könnte sowohl gegen die UN-Kinderrechtskonvention als auch gegen die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen verstoßen worden sein."


Pressemitteilung Die Linke NRW vom 17. November 2025